Stärken Sie Ihre individuelle Haltung: Das Meeting mit sich selbst
- saschabrink

- 29. März
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Kennen Sie das? Der Tag beginnt, und Sie sind bereits mittendrin: im ersten Call, in der ersten Nachricht, im ersten Feuer, das gelöscht werden will. Ihr Kalender bestimmt, wer Sie heute sind. Ihre Prioritäten? Irgendwo zwischen den Terminen.
Ich beobachte das seit Jahren bei Führungskräften und in Teams. Manchmal erlebe ich es auch bei mir selbst. Wir sind hervorragend darin, für andere da zu sein: für die Mitarbeiter, die ein Gespräch brauchen, für den Kunden, der dringend etwas möchte, für das Meeting, das schon wieder verlängert wurde.
Aber wann treffen Sie sich mit sich selbst?
Das Meeting, das Sie sich schulden
Das erste Meeting des Tages mit sich selbst ist keine Übung für Selbstoptimierungs-Enthusiasten. Es ist Führungsarbeit an Ihnen selbst. Denn wer andere führen will, muss zunächst wissen, wo er selbst steht.
Was meine ich damit? Nicht Meditation, nicht Journaling, obwohl beides seinen Wert hat. Ich meine etwas Schlichteres: fünf bis zehn Minuten, bevor der erste externe Impuls einsetzt. In diesen Minuten sollten Sie sich ehrlich fragen: Was ist heute wirklich wichtig? Nicht dringend. Wichtig.
Der Unterschied zwischen dringend und wichtig gehört zu den bedeutsamsten in der Führung. Dringendes klopft laut an. Wichtiges wartet still, manchmal zu lange.
Warum wir es trotzdem nicht tun
In meinen Workshops frage ich regelmäßig: Wer beginnt den Tag bewusst, bevor er auf das erste Signal von außen reagiert? Selten geht mehr als ein Drittel der Hände hoch. Die Antwort auf mein Nachfragen ist fast immer dieselbe: "Keine Zeit."
Und genau darin liegt das eigentliche Problem.
Wir geben unseren Terminen Prioritäten, aber nicht unseren Prioritäten Termine.
Wir sind reaktiv, obwohl wir proaktive Führung für uns beanspruchen. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Systemfrage. Wer immer erreichbar ist, wird immer in Anspruch genommen. Wer keine Grenzen setzt, dem werden sie gesetzt – vom Kalender, von anderen, vom Tagesgeschäft.
Was dieses Meeting braucht, und was nicht
Es braucht keine Agenda mit fünf Punkten. Es braucht drei Fragen:
Erstens: Wie geht es Ihnen heute wirklich, und was brauchen Sie, um gut durch diesen Tag zu kommen?
Zweitens: Was ist Ihre wichtigste Aufgabe heute? Die eine, die wirklich zählt, wenn der Tag vorbei ist?
Drittens: Was sind Sie bereit loszulassen, um Raum für das Wesentliche zu schaffen?
Drei Fragen. Fünf Minuten. Täglich.
Führung beginnt innen
In meiner Arbeit mit Führungskräften erlebe ich immer wieder: Wer nachhaltig wirksam führt, hat eine klare Verbindung zu sich selbst. Diese Menschen wissen, was sie antreibt, was sie Energie kostet und was sie brauchen. Sie sind nicht immer ausgeglichen, aber sie sind sich ihrer selbst bewusst.
Dieses Bewusstsein entsteht nicht im Chaos des Tagesgeschäfts. Es entsteht in der Stille davor. Im ersten Meeting des Tages mit sich selbst.
Die Kraft der Selbstreflexion
Selbstreflexion ist ein Schlüssel zur persönlichen und beruflichen Entwicklung. Sie ermöglicht es, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkennen. Durch regelmäßige Selbstreflexion können Sie Ihre Führungskompetenzen gezielt verbessern.
Stellen Sie sich vor, Sie nehmen sich jeden Morgen diese fünf Minuten. Was würde sich verändern? Wie würden Sie sich fühlen?
Praktische Tipps für Ihr Meeting mit sich selbst
Wählen Sie einen ruhigen Ort: Suchen Sie sich einen Platz, an dem Sie ungestört sind.
Setzen Sie eine feste Zeit: Machen Sie es zu einer Gewohnheit, jeden Morgen zur gleichen Zeit Ihr Meeting abzuhalten.
Nutzen Sie eine App: Es gibt viele Apps, die Ihnen helfen können, Ihre Gedanken zu sammeln und zu reflektieren.
Schreiben Sie Ihre Antworten auf: Halten Sie Ihre Gedanken schriftlich fest. So können Sie Ihre Fortschritte besser verfolgen.
Fazit: Ihr erster Schritt zur Klarheit
Führung ist mehr als nur das Management von Aufgaben. Es ist eine Reise zu sich selbst. Indem Sie sich regelmäßig Zeit für sich selbst nehmen, stärken Sie Ihre individuelle Haltung.
Probieren Sie es morgen aus. Nicht als Experiment, das nach drei Tagen im Alltag versinkt, sondern als bewusste Entscheidung: Ich bin der erste Mensch, mit dem ich heute spreche.
Schreiben Sie mir gerne, was Sie dabei erleben. Ich bin neugierig.



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