Ziele definieren mit der POSITIV-Formel – Klarheit, die trägt. Motivation, die bleibt.
- saschabrink

- 19. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Ziele sind keine To-do-Punkte. Ziele sind Richtungsentscheidungen.
Wenn ein Ziel uns wirklich bewegen soll, braucht es mehr als ein Datum und eine Zahl. Es braucht innere Klarheit, persönliche Bedeutung und ein Bild, das trägt.
Die POSITIV-Formel nach Daniela Blickhan bietet dafür einen strukturierten Rahmen. Anders als klassische Zielsysteme wie SMART geht sie tiefer. Sie verbindet Klarheit mit Motivation und Realitätssinn mit Vision.
Warum diese Methode wirkt
Ein vages Ziel erzeugt vage Ergebnisse. Ein konkret formuliertes Ziel bündelt Aufmerksamkeit.
Wenn du dein Ziel klar vor Augen hast, triffst du im Alltag bessere Entscheidungen. Motivation entsteht nicht durch Druck – Motivation entsteht durch innere Stimmigkeit.
Die Fragen der POSITIV-Formel kannst du für dich allein beantworten oder mit einem Sparringspartner reflektieren. Wichtig ist: Schreibe dein Ziel auf. Gedanken sind flüchtig – Schrift schafft Verbindlichkeit.
P · Positiv formulieren
Formuliere dein Ziel in ein bis zwei Sätzen – so, als hättest du es bereits erreicht.
Vermeide Verneinungen wie "nicht" oder "kein". Streiche Modalverben wie wollen, müssen, sollen. Auch Vergleiche wie "mehr Umsatz" oder "weniger Stress" führen selten zu Klarheit.
Stattdessen frage dich: Wenn ich das nicht will – was will ich stattdessen?
Nicht "Ich will weniger Stress" – sondern "Ich arbeite strukturiert, klar priorisiert und gehe mit innerer Ruhe durch meinen Tag."
O · Ökologisch prüfen
Jedes Ziel hat Auswirkungen. Auf dich. Auf andere. Auf dein Umfeld. Hier zeigt sich, ob dein Ziel wirklich tragfähig ist oder noch Nachjustierung braucht. Stelle dir ehrlich folgende Fragen:
Was ist der Nutzen für mich und andere?
Welche Konsequenzen entstehen?
Wer könnte Einwände haben?
Welche Ressourcen stehen mir zur Verfügung?
Worauf verzichte ich?
Was ist das Gute an der aktuellen Situation?
S · Sensorisch konkret machen
Ein gutes Ziel kannst du sehen, hören, spüren.
Welches Bild entsteht vor deinem inneren Auge?
Was hörst du?
Wie fühlt es sich an?
Wie verändert sich deine Haltung?
Je konkreter dein inneres Bild, desto stärker deine innere Führung.
I · Individuell verantworten
Ein Ziel, das von anderen abhängt, ist kein eigenes Ziel. Hier geht es um Selbstwirksamkeit – nicht um Wunschdenken.
Was liegt in meinem Einflussbereich?
Was tue ich konkret?
Wie übernehme ich Verantwortung?
T · Testbar machen
Woran erkennst du eindeutig, dass du dein Ziel erreicht hast? Ein Ziel ohne Prüfkriterium bleibt eine Idee.
Gibt es einen Termin?
Gibt es messbare Kriterien?
Woran merkt dein Umfeld die Veränderung?
Welche innere Reaktion zeigt dir: Jetzt bin ich da.
I · Interessant halten
Motivation ist kein Dauerzustand. Sie braucht Attraktivität. Bewerte dein Ziel auf einer Skala von 1 bis 10. Alles unter 7 ist überarbeitungswürdig. Unter 8 lohnt sich eine ehrliche Nachfrage.
Was müsste sich verändern, damit dein Ziel wirklich reizvoll wird?
V · Visionär einbetten
Zum Schluss kommt die wichtigste Frage: Warum ist dieses Ziel für dein Leben bedeutsam?
In welchem größeren Zusammenhang steht es?
Wofür ist es ein Baustein?
Was wird anders, wenn du es erreicht hast?
Hier entsteht Sinn. Und Sinn ist der stärkste Motivator.
Kurz gesagt: Was ein starkes Ziel ausmacht
Positiv formuliert
Realistisch eingebettet
Sinnlich erlebbar
Selbstverantwortet
Überprüfbar
Attraktiv
Sinnstiftend

Die POSITIV-Formel ist kein Formular zum Ausfüllen. Sie ist ein Denkrahmen.
Und vielleicht ist genau das der Unterschied: Nicht Ziele haben. Sondern sich klar entscheiden.



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