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Wofür buchen Sie eigentlich einen Coach?


Coaching ist ein Wachstumsmarkt. Über 50.000 Coaches in Deutschland, eine halbe Milliarde Branchenumsatz. Aber die wichtigste Frage stellt sich nicht im Coaching. Sondern davor.


In einem Beitrag der Personalwirtschaft las ich kürzlich, Deutschland sei "eine Republik der Coaches". Zehnmal so viele wie noch vor 15 Jahren. Vom achtsamen Begleiter bis zum performance-getriebenen Sparringspartner. Für jeden Bedarf, für jedes Budget, für jede Lebenslage.

Das ist auf den ersten Blick beruhigend. Der Markt funktioniert. Wer Begleitung sucht, findet sie.

Auf den zweiten Blick steckt darin eine Frage, die selten gestellt wird.


Die Frage, die vor dem ersten Termin kommt


Wenn jemand bei mir anruft, geht es zu Beginn meist um Logistik.

Wann sind Sie verfügbar? Wie viele Termine? Online oder vor Ort?

Verständliche Fragen. Aber selten gestellt wird die eine Frage, die am meisten entscheidet, was am Ende dabei herauskommt:


Was will ich eigentlich verändern?


Klingt banal. Ist es nicht. Denn dahinter liegt eine zweite, unbequemere Frage:

Will ich mich verändern? Oder will ich sagen können, dass ich daran arbeite?


Beides ist menschlich. Beides ist legitim. Aber es ist nicht dasselbe.


Coaching kann ein Werkzeug für ernsthafte Entwicklung sein. Es kann auch ein Punkt auf einer Liste sein. Ein Beleg, dass man sich kümmert. Eine Möglichkeit, im richtigen Moment das richtige Stichwort fallen zu lassen: "Mein Coach hat neulich gesagt…"

Das eine ist Arbeit. Das andere ist Selbstvergewisserung.

Beides hat seinen Platz. Aber wer beides verwechselt, wundert sich am Ende, warum sich trotz vieler Termine wenig bewegt hat.


Wer nicht weiß, woran er arbeiten will, braucht keinen Coach. Sondern jemanden, der zuhört. SASCHA BRINK | BR!NK – FOKUSMENSCH

Eine kleine, ehrliche Lagebesprechung


Bevor Sie das nächste Coaching anfragen, egal bei wem, drei Fragen an sich selbst:

Wäre mir dieses Coaching unangenehm, wenn es niemand wüsste?

Suche ich Bestätigung für das, was ich ohnehin schon tue? Oder bin ich bereit, etwas davon infrage zu stellen?

Habe ich ein Anliegen, das mich auch am Sonntagabend beschäftigt? Oder einen Termin, den ich gut in den Kalender legen kann?

Wer ehrlich antwortet, weiß ziemlich schnell, worum es geht. Und worum noch nicht.


Was im Coaching tatsächlich passiert


Coaching ist kein Service, den jemand an Ihnen vollzieht. Es ist eine Form der Begleitung, in der Sie selbst die Arbeit übernehmen. Ein guter Coach hält den Raum, stellt Fragen, spiegelt das, was Sie selbst nicht sehen. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.

Die Veränderung passiert nicht im Termin. Sie passiert dazwischen. In der nächsten Konfliktsituation. In dem Moment, in dem Sie sich anders entscheiden als sonst. Wenn Sie eine Mail nicht abschicken, die Sie sonst abgeschickt hätten. Wenn Sie eine Frage stellen, die Sie sich sonst verkniffen hätten.

Das ist anstrengend. Das ist manchmal unbequem. Und es lässt sich nicht durch die Anzahl der Termine planen.


Wer sich selbst die richtige Frage stellt, kommt anders rein


Wer vor dem ersten Termin weiß, woran er arbeiten will, kommt mit einem anderen Blick ins Gespräch. Wer nicht weiß, was er sucht, wird auch nichts finden. Egal, wie qualifiziert das Gegenüber ist.

Das ist keine Schwäche. Das ist die Vorbereitung, die das eigentliche Coaching erst möglich macht. Vielleicht ist genau das eine Übung in dem, was ich an anderer Stelle Impathie genannt habe: der ehrliche Blick nach innen, bevor jemand anderes mit ins Spiel kommt.


Die Frage, die wirklich zählt


Der Coaching-Markt wird weiter wachsen. Die Auswahl wird größer, die Versprechen lauter, die Methoden bunter. All das ändert wenig an der einen Frage, die jede gute Begleitung erst möglich macht.


Will ich etwas verändern? Oder will ich, dass jemand mich versteht?


Beide Antworten sind legitim. Aber sie führen zu sehr unterschiedlichen Gesprächen. Und sie verdienen sehr unterschiedliche Begleitung.

Wer das für sich klärt, hat den wichtigsten Schritt schon gemacht. Bevor der erste Termin stattgefunden hat.

 
 
 

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Sascha Brink

fokusMensch

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Sascha Brink begleitet Führungskräfte, Teams und Organisationen als Sparringspartner für Führung und Zusammenarbeit. Standort Hamburg, tätig deutschlandweit.

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