Wann haben Sie zuletzt wirklich zugehört?
- saschabrink

- 9. Mai
- 2 Min. Lesezeit

Wir haben zwei Ohren und einen Mund.
Die meisten von uns benutzen ihn trotzdem dreimal so viel.
Das ist kein Vorwurf. Das ist Alltag. Besonders in Führungspositionen, wo Antworten erwartet werden, Entscheidungen gefordert sind und Schweigen schnell als Unsicherheit gedeutet wird.
Aber was, wenn genau das die Falle ist?
„Solange ich rede, lerne ich nichts. Beim Zuhören dagegen eröffnen sich neue Welten.“ Sascha Brink | br!nk_fokusMensch
Das stille Wissen Ihrer Mitarbeitenden
In jedem Team gibt es Menschen, die genau wissen, wo es klemmt. Die sehen, warum ein Prozess nicht funktioniert. Die ahnen, dass ein Kunde unzufrieden ist. Die eine Idee hätten, die den Unterschied machen könnte. Aber niemand fragt sie.
Nicht weil Führungskräfte das nicht wollen.
Sondern weil das Gespräch oft so läuft:
kurze Rückmeldung, schnelle Lösung, nächstes Thema. Effizient. Und dabei an den Wirklichkeiten der Menschen vorbeigeredet.
Fragen stellen ist keine Technik. Es ist Haltung.
Es geht nicht darum, den richtigen Fragebogen zu haben oder rhetorisch geschulte Formulierungen zu beherrschen. Es geht darum, echtes Interesse mitzubringen.
Den anderen wirklich verstehen zu wollen.
Das klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht. Wer unter Druck steht, wer liefern muss, wer selbst im Kopf schon bei der nächsten Aufgabe ist: der hört oft nur noch auf das, was er hören will.
Systemisch gesprochen: Wer immer sendet, erhält kein Feedback. Und ohne Feedback kein Lernen. Kein Wachstum. Kein Einblick in das, was das System wirklich braucht.
Was passiert, wenn Sie anfangen zu fragen?
Ein Beispiel aus der Praxis: Eine Teamleiterin, die in Coachings immer wieder betonte, wie gut sie ihre Leute kenne. Im Gespräch stellte sich heraus: Sie wusste viel über ihre Arbeitsergebnisse. Aber kaum etwas darüber, was sie antreibt. Was sie frustriert. Was ihnen fehlt.
Als sie begann, echte Fragen zu stellen. Nicht mit Agenda, sondern mit Neugier. Änderte sich die Dynamik im Team innerhalb weniger Wochen. Nicht durch neue Strukturen. Nicht durch ein anderes Meeting-Format. Nur weil plötzlich jemand zuhörte.
Schulz von Thun würde sagen: Der Selbstoffenbarungskanal wurde geöffnet. Die Menschen konnten endlich sagen, was wirklich los ist. Und die Leiterin konnte endlich verstehen, was sie bisher übersehen hatte.
Drei Fragen, die Sie heute stellen könnten
Kein Programm. Keine Vorbereitung. Einfach echte Neugier zeigen:
„Was läuft gerade gut, das wir zu wenig würdigen?“
„Was bremst Sie, worüber wir noch nicht gesprochen haben?“
„Was würden Sie anders machen, wenn Sie könnten?“
Und dann: zuhören. Nicht antworten. Nicht lösen. Erst mal nur: verstehen.
Führung beginnt mit einer Frage.
Nicht mit einer Antwort. Nicht mit einem Plan. Sondern mit der ehrlichen Bereitschaft zu hören, was andere wirklich denken.
Zwei Ohren. Ein Mund. Die Natur hatte etwas im Sinn.
Sie möchten als Führungskraft gezielter zuhören und Ihre Wirkung bewusster gestalten? Sprechen Sie mich an. Das Erstgespräch ist kostenfrei.



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